Widerstand lockern

Selbstführung & Haltung 10 Min.

Wann hilfreich?

Wenn du gegen ein Gefühl oder eine Situation ankämpfst und merkst, dass es dadurch nicht besser wird – diese Praxis hilft dir zu erkennen, wie der Widerstand selbst zum Problem beiträgt. Ziel ist nicht, das Unangenehme zu mögen, sondern den zusätzlichen Druck durch Abwehr loszulassen. Akzeptanz wird hier als Entlastung verstanden.

So praktizierst du:

  1. Das Muster wahrnehmen: Erinnere dich an eine Situation, in der du gegen einen Zustand ankämpfst (z. B. das Grübeln in der Nacht). Spüre den Moment, in dem der Wunsch „Das muss jetzt aufhören!” einsetzt.
  2. Körperlich verorten: Wo zeigt sich dieser Widerstand? Enge, Druck oder Anspannung? Benenne die Empfindung innerlich ganz wertfrei: „Da ist Druck.”
  3. Den Impuls beobachten: Nimm den Drang wahr, das Gefühl sofort verändern oder loswerden zu wollen. Bleibe für einen Moment Beobachter dieses Impulses, ohne ihm nachzugeben oder ihn zu bewerten.
  4. Raum geben: Atme bewusst in die Anspannung hinein. Schenke dem Gefühl Platz, statt es wegzudrücken. Mit jedem Ausatmen darf die Abwehr ein Stück weicher werden.
  5. Den Kampf einstellen: Erlaube dem Zustand, für diesen Augenblick einfach da zu sein. Du musst ihn nicht gutheißen – es reicht, die Energie für den inneren Kampf gegen die Realität einzusparen.
  6. Dein Impuls für heute: Wenn du heute merkst, dass du dich innerlich gegen ein Gefühl „sperrst”, halte kurz inne und frage dich: „Was passiert in meinem Körper, wenn ich für drei Atemzüge aufhöre zu kämpfen?”

Hinweis: Widerstand ist oft ein automatischer Schutz deines Ichs. Ihn zu lockern bedeutet nicht, aufzugeben, sondern den unnötigen Stress zu beenden, der durch das Verdrängen des Unvermeidbaren entsteht.

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