Drei Ebenen der Atmung

Meditation & Regulation 3-5 Min.

Wann hilfreich?

Wenn du bemerkst, dass dein Atem im Alltag flach geworden ist oder du dich nach einer stressigen Phase festgefahren fühlst. Diese Übung hilft dir, dein gesamtes Atemvolumen wieder sanft zu erschließen. Tiefe entsteht hierbei nicht durch Anstrengung, sondern durch eine klare Struktur. Indem du alle drei Atemräume bewusst verbindest, schenkst du deinem Körper mehr Sauerstoff und deinem Geist ein Signal von Ruhe und Weite.

So praktizierst du:

  1. Vorbereitung: Setze dich aufrecht und entspannt hin. Lass deine Schultern schwer werden und den Nacken weich. Um die Atembewegung besser zu spüren, lege eine Hand auf deinen Bauch und die andere auf deine Brust.
  2. Die erste Ebene (Bauch): Atme ruhig durch die Nase ein. Lenke den Atem zuerst tief nach unten in deinen Bauchraum. Spüre, wie sich deine Bauchdecke ganz weich nach außen wölbt, bis der Raum unter deiner unteren Hand gefüllt ist.
  3. Die zweite Ebene (Brust): Atme im selben Atemzug weiter ein. Spüre nun, wie sich dein Brustkorb weitet und die Rippen sich sanft nach außen dehnen.
  4. Die dritte Ebene (Schlüsselbeine): Fülle zuletzt den obersten Bereich deiner Lungen, knapp unter den Schlüsselbeinen. Achte dabei darauf, dass deine Schultern entspannt bleiben und nicht nach oben wandern. Dein gesamter Oberkörper ist nun sanft mit Atem gefüllt.
  5. Fließend Ausatmen: Lass den Atem langsam und kontrolliert wieder ausströmen – in umgekehrter Reihenfolge: Zuerst sinkt der obere Brustbereich, dann der Brustkorb, und zuletzt zieht sich die Bauchdecke sanft zurück.
  6. Wiederholen: Gehe durch 6 bis 10 dieser vollständigen Atemzüge. Spüre nach der Übung kurz nach: Fühlt sich dein Atemraum jetzt ein wenig offener oder freier an?
  7. Dein Fokus für heute: Wenn du dich heute am Schreibtisch oder unterwegs „festgehalten“ fühlst, nimm nur einen einzigen bewussten Atemzug durch alle drei Ebenen. Spüre, wie das allein schon den Druck nehmen kann.

Hinweis: Erzwinge die Tiefe nicht. Es geht nicht um maximale Füllung, sondern um das bewusste Erleben der Bewegung. Dein Körper findet seinen Rhythmus ganz von allein, wenn du ihm die Aufmerksamkeit schenkst.

|