Backdraft – Den emotionalen Nachhall auffangen

Akut-Hilfe & Regeneration 5-15 Min.

Wann hilfreich?

Wenn du Achtsamkeit oder Selbstmitgefühl praktizierst und merkst, dass statt Ruhe plötzlich schwierige Gefühle wie Trauer, Angst oder Wut auftauchen. Diese Übung hilft dir zu verstehen, dass dies kein Fehler ist, sondern ein Zeichen von Heilung: Wenn wir unser Herz für das Gute öffnen, fließt oft auch alter Schmerz ab.

So praktizierst du:

  1. Wahrnehmen und Benennen: Wenn während einer Übung Unruhe oder Schmerz aufsteigt, halte inne. Sage dir innerlich ganz ruhig: „Das ist Backdraft. Es ist okay, dass sich das gerade so anfühlt.”
  2. Die Intensität prüfen: Frage dich: „Ist dieses Gefühl gerade aushaltbar oder überwältigt es mich?” Respektiere deine Grenze.
  3. Die Aufmerksamkeit verlagern: Wenn das Gefühl zu stark wird, öffne die Augen. Suche dir einen festen Punkt im Raum oder spüre ganz bewusst den Kontakt deiner Füße zum Boden. Verlasse die innere Welt und kehre ins Außen zurück.
  4. Selbstfürsorge statt Analyse: Versuche nicht zu verstehen, woher der Schmerz kommt. Schenke dir stattdessen eine kleine Geste der Sicherheit: Trinke ein Glas Wasser, bewege dich sanft oder lege eine Hand beruhigend auf deinen Arm.
  5. Den Prozess würdigen: Erkenne an, dass dein System gerade Schichten löst. Du musst nicht „durchhalten”. Die Übung zu unterbrechen, um für dich zu sorgen, ist die höchste Form von Achtsamkeit.
  6. Dein Impuls für heute: Erlaube dir heute, eine Übung oder ein Gespräch sofort zu beenden, wenn es sich emotional „zu viel” anfühlt. Übe den Satz: „Ich brauche gerade eine Pause, um wieder bei mir anzukommen.”

Hinweis: Backdraft ist wie das Auftauen einer erfrorenen Hand: Der Schmerz entsteht, weil wieder Leben und Gefühl in einen Bereich fließen, der lange verschlossen war. Sei besonders zart mit dir, wenn das passiert.

Quelle: Inspiriert durch Kristin Neff & Christopher Germer (Mindful Self-Compassion)
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